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Nazi- und Anti-Nazi-Demos in Dresden

Im Rahmen der politischen Veränderungen in den letzten Jahren konnte beobachtet werden, dass intolerante Meinungsäußerungen und die rechte Propaganda, auch in der Politik, besonders aufgrund der Geflüchteten immer mehr und lauter wurden. Auffällig dabei war, dass besonders in Dresden sehr viele Demonstrationen stattfanden, die nicht mehr nur auf eine klare politische Richtung oder einen Anlass ausgelegt waren, sondern den eigenen Unmut der Demonstrierenden zum Inhalt hatten.

Was war passiert?

„Politische“ Bewegungen, wie AFD und Pegida, gewannen in den Herbstmonaten 2015 immer mehr an Zulauf, in denen die anwesenden Demonstranten ihren Unmut gegen die für sie negativen Verhältnisse zum Ausdruck brachten. Montagsdemonstrationen wurden wieder genutzt. Vielen Teilnehmern waren diese noch aus den Zeiten der Wende und dem Ende der DDR bekannt. Sie gingen damals auf die Straße, weil sie mit den staatlichen Organisationen nicht mehr zufrieden waren und mehr Freiheiten wollten. Heute war es nicht mehr die Freiheit, die sie sich wünschten, sondern ein Gefühl des Unverständnisses durch die Politik und die Angst, dass ihnen das Land, in dem sie leben, nicht erhalten bliebe. Erschreckend waren dabei vor allem die Aggression und der Hass vieler Demonstranten. Auch rechte Parteien wie die NPD nutzten die Demonstrationen für ihre Zwecke. Dabei wurden vielfach nationalsozialistische Ansichten geäußert, aus der Intoleranz und sogar Gewaltbereitschaft gegenüber den ausländischen Mitbürgern.

In diesem Zusammenhang wurden auch Gegendemos ausgerufen, die von der Anti-Nazi-Bewegung stammten. Leider sind die rechten Gruppierungen sehr gut finanziert und schon die kleinsten Vergehen konnten schnell geahndet werden. Im Rahmen von diesen Demonstrationen wurden viele friedliche Gegendemonstranten in einen Kampf gezogen, den sie so nie bezwecken wollten. Nur weil sie demonstrierten, passierte es, dass sie einer Straftat beschuldigt wurden, die sie nicht begannen hatten. Jahrelange Prozesse und private Komplikationen waren die Folge.

Normalerweise sollten Demonstrationen friedlich ablaufen, aber auch hier passierte es, dass die Lage mehr als eskalierte. Wenn die rechte Bewegung auf die Straße ging, dann konnte mehr als das Zehnfache an Teilnehmern in der Gegenbewegung gezählt werden. Sie blieben friedlich und wollten nicht übergreifen. Dennoch wurden am Ende auf beiden Seiten immer wieder aggressive Überläufer gezählt, die teilweise auch an einer körperlichen Auseinandersetzung interessiert waren, um ihre Interessen durchzusetzen.

Gab es prominente Unterstützer?

Ja, auch wenn sich auf der rechten Seite nicht viele Prominente dazu bekannten, so waren es in der Gegenbewegung umso mehr. Mit dem Start der Demonstrationen in Dresden gab es immer mehr Prominente, wie bsp. Til Schweiger, die für eine weltoffene Gesellschaft und gegen die rechtskonservativen und rechten Demonstranten auf die Straße gingen. Sie sprachen sich für ein tolerantes und multikulturelles Deutschland aus, dass nicht nach Abstammung oder Nationalität unterscheidet, sondern alle gleich behandelt und ihnen die gleiche Hilfe zukommen lässt.

Besonders beeindruckend war der Auftritt der Rockband „Die Ärzte“ auf einer Gegendemo. Sie spielten extra an diesem Abend, um auch ihre Unterstützung zu unterstreichen. Sie veranstalteten ein vollkommen kostenfreies Konzert und ihre politische Botschaft war klar – Kein Bock auf Nazis!